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Z - DAS ZOAR-MAGAZIN
Ausgabe 3+4 2017



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13.05.2015 15:37 Alter: 3 yrs
Kategorie: Aktuelles

Straßencafé lud zu Begegnungen und Gesprächen ein


Rockenhausen. Unter dem Motto „#begegnet_in Rockenhausen“ fand am vergangenen Freitag auf dem Marktplatz in Rockenhausen ein Straßencafé statt. Im Rahmen des europäischen Protesttags für die Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen und den von der „Aktion Mensch“ initiierten Einzelaktionen lud das Evangelische Diakoniewerk Zoar zu einem Tag der Begegnung ein. Dieser Aktionstag in Kooperation mit dem Eiscafé „Garden“ und der Betreiberfamilie Tripaldi bot die Möglichkeit, bei einem Stück Kuchen und einer Tasse Kaffee miteinander ins Gespräch zu kommen. Dies wurde von zahlreichen Gästen, die gemeinsam in freundlicher Atmosphäre die Sonne genossen, in die Tat umgesetzt.

Stadtrundgänge und Luftballon-Wettflug

Das Projektteam des Evangelischen Diakoniewerks, das unter der Überschrift „zoar – zukunft mittendrin“ die Dezentralisierungsbemühungen der Einrichtung mitgestaltet, begleitete zusammen mit dem Bewohnerbeirat und dem Werkstattrat der Einrichtung das Straßencafé, das in diesem Jahr bereits zum zweiten Mal stattfand. Angeboten wurden ein Luftballon-Wettflug und Stadtrundgänge aus der Sicht beeinträchtigter Menschen; mit dunkler Brille, Hörschutz und Rollator. Auf diese Weise erlebten Interessierte einen Stadtrundgang mit simulierten körperlichen Beeinträchtigungen und lernten so die Stadt aus einer ganz anderen Sicht kennen. „Wir möchten damit darauf hinweisen, dass es für Menschen mit Beeinträchtigungen nicht immer leicht ist, überall hinzukommen“, sagte Jürgen Mahler, Vorsitzender des Werkstattrats der Zoar- Werkstätten Rockenhausen und Mitglied im Gesamtwerkstattrat. „Wir plädieren auch im Stadtbild für Barrierefreiheit.“ Die Aktionen anlässlich des europäischen Protesttags für die Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen findet Jürgen Mahler gut. „Wir möchten zeigen, dass wir dazugehören.“ Nur über den regelmäßigen Austausch sei es möglich, Berührungsängste abzubauen.

Barrierefreiheit und Toleranz

„Menschen mit Beeinträchtigungen gehören in Rockenhausen wie ganz selbstverständlich zum Stadtbild“, sagte Stadtbürgermeister Karl-Heinz Seebald. „Sie sind Teil unseres Gemeinschaftslebens.“ Daher habe der Stadtbeirat beschlossen, das Ziel, Rahmenbedingungen zu schaffen, um beeinträchtigte Menschen am Gemeinschaftsleben teilhaben zu lassen, in sein Leitbild aufzunehmen. Eine konkrete Umsetzung sei zum Beispiel kürzlich beim Bau der neuen Brücke im Stadtzentrum erfolgt. „Dort wurden die Randsteine abgesenkt“, informierte Seebald. Denn Barrieren gelte es nicht nur in den Köpfen, sondern auch bei Verkehrsanlagen und innerstädtischen Einkaufsmöglichkeiten abzubauen. Mit dem Hinweis auf Barrierefreiheit und Toleranz könne man nicht früh genug anfangen. Daher freuten sich die Initiatoren des Aktionstags auch über den Besuch einer Gruppe der protestantischen Kindertagesstätte und der Förderschule Rockenhausen. Die Kinder ließen mit Begeisterung Luftballons steigen, die versehen mit einer Namenskarte am Luftballon-Wettflug, bei dem es Preise zu gewinnen gibt, teilnahmen.

Gäste aus Bad Kreuznach kamen zum Aktionstag in Rockenhausen

Auch Vertreter anderer Einrichtungen waren beim Aktionstag auf dem Rockenhäuser Marktplatz zu Gast. Klaus Biegner und Reinhold Schneiß vom Werkstattrat der Lebenshilfe-Einrichtung in Bad Kreuznach waren extra mit dem Zug nach Rockenhausen gekommen, um dabei zu sein. „Der Stadtrundgang hat uns besonders gut gefallen“, sagte Klaus Biegner. „Ich war zwar schon öfter hier zu Besuch, aber nun habe ich noch mehr über die Geschäfte und die Freizeitmöglichkeiten erfahren.“ Die Mitglieder der Werkstatträte der Lebenshilfe Bad Kreuznach und der Zoar-Werkstätten Rockenhausen pflegen eine langjährige Kooperation. „Wir tauschen uns aus und helfen uns gegenseitig bei bestimmten Fragen und Problemen“, sagte Reinhold Schneiß. Auch in Bad Kreuznach haben anlässlich des europäischen Protesttags für die Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen Aktionen mit kulturellem Rahmenprogramm stattgefunden. Dort trat auch die „Workhouse Gang“ aus dem Zoar-Werkhaus in Alzey, eine der zahlreichen Zoar-Kulturgruppen, unter großem Beifall des Publikums auf. „Wir sind auch in Bad Kreuznach gewesen“, berichtete Jürgen Mahler und zeigte in die Runde der Werkstattrat-Mitglieder. „Uns hat es richtig gut gefallen.“ Wenn man woanders hinkomme, sei das immer eine Möglichkeit, um über den eigenen Tellerrand hinauszuschauen und neue Anregungen zu sammeln. „Eine Bühne für Auftritte und Live-Musik könnten wir hier in Rockenhausen auch noch gebrauchen. Vielleicht regen wir das für den Aktionstag im nächsten Jahr an.“

Alexandra Koch | Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Zoar | 10. Mai 2015

Bericht des Werkstattrats:

Europäischer Protesttag in Rockenhausen am Marktplatz

Am 8. Mai 2015 haben wir uns vom Werkstattrat getroffen und sind zusammen zum Marktplatz gegangen. Wie wir dort ankamen, haben uns Herr Gabriel und Frau von Ondarza begrüßt und dann haben wir die Poloshirts bekommen. Wir vom Werkstattrat und Herr Steller, die Vertrauensperson, die dabei war, haben einen kleinen Stadtrundgang gemacht. Als wir von dem Stadtrundgang zurück auf den Marktplatz kamen, war unser Besuch von der Lebenshilfe von Bad Kreuznach da. Dann haben wir diese erst begrüßt, und dann haben wir mit denen einen Stadtrundgang gemacht. Danach hat es Kaffeeteilchen gegeben. Diese wurden von Zoar gestiftet für das Straßencafé auf dem Marktplatz in Rockenhausen; und beim Eiscafé „Garden“ konnte man sich die Getränke bestellen, wie zum Beispiel Kaffee und Kaltgetränke. Einige Beschäftigte von der WfbM waren auch beim Straßencafé. Der Werkstattrat von der WfbM Rockenhausen hat die Stadtführungen gemacht und den Besuchern des Straßencafés gezeigt, wo die Beschäftigen von Zoar gern hingehen. Frau Busch, die Werkstattleiterin aus Rockenhausen, war auch beim Straßencafé am Marktplatz und hat den Stadtrundgang mit einem Rollator gemacht.

Was uns vom Werkstattrat noch sehr wichtig ist:

Wir wollten zeigen, dass auch Menschen mit einer Beeinträchtigung in der Lage sind, sich mit den Menschen aus Rockenhausen zu treffen und mit ihnen zu sprechen.

Die Barrierefreiheit in Rockenhausen ist uns total wichtig und sollte immer bei Entscheidungen und Sachen, die in Rockenhausen geändert werden, beachtet werden. Wir möchten genauso behandelt werden und leben können, wie alle anderen Menschen in Rockenhausen auch.

Mit freundlichen Grüßen

Euer Werkstattrat, WfbM Rockenhausen