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Z - DAS ZOAR-MAGAZIN
Ausgabe 2 2017



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19.11.2014 14:30 Alter: 3 yrs
Kategorie: Aktuelles

Erstes Zoar-Symposium am 13. November 2014 in der Stadthalle Kirchheimbolanden


Kirchheimbolanden. Das erste Zoar-Symposium, das kürzlich stattfand, war ein gelungener  Auftakt zu einer Reihe  weiterer Fachtagungen, die alle zwei Jahre als Großveranstaltung in der Stadthalle Kirchheimbolanden ausgerichtet werden sollen. Das diesjährige Zoar-Symposium stand unter der thematischen Überschrift  „Leben lebenswert gestalten: trotz Alter und Beeinträchtigung“ und wurde moderiert vom SWR-Hörfunk-Journalisten Michael Lueg. Dazu eingeladen waren die entsprechenden Fachreferenten, die die rund 200 Gäste im Rahmen ihrer halbstündigen Vorträge an ihrem fachspezifischen Wissen teilhaben ließen.

Vier Fachreferenten steuerten ihr spezifisches Wissen bei

Dr. Boris Augurzky vom Rheinisch-Westfälischen Institut für Wirtschaftsförderung (rwi) in Essen widmete sich einer Bestandsaufnahme der Pflegesituation in Deutschland und stellte die Frage, wo die Reise hingeht. Dr. Peter von Styp-Rekowsky, Leitender Arzt der Abteilung Geriatrie des Westpfalz-Klinikums in Rockenhausen, gab einen Überblick über den Bereich Geriatrie und stellte Lösungsansätze für ein lebenswertes Leben trotz Alter und Beeinträchtigung vor. Dr. Harry Fuchs, Sachverständiger im Bereich Sozial- und Gesundheitswesen, stellte die Teilhabemöglichkeiten älterer, insbesondere pflegebedürftiger Menschen in den Mittelpunkt seines Vortrags. Sein Leitsatz postuliert den ganzheitlichen Menschen, der vom deutschen Sozialleistungssystem möglichst nicht zerlegt wird in einen behandlungsbedürftigen, pflegebedürftigen oder behinderten Menschen, um ihm so spezifische Hilfen zukommen zu lassen. Hubert Seiter, Erster Direktor der Deutschen Rentenversicherung Baden-Württemberg, legte seinem Vortrag den Grundsatz „Prävention vor der Rente“ zugrunde. Als Verfechter präventiver Gesundheitsmaßnahmen sprach er sich für passgenaue Angebote aus, die weit über die betriebliche Gesundheitsförderung hinaus auch für die Bereiche Altenhilfe und Eingliederungshilfe mit einer immer älter werdenden Klientel anwendbar sind.

Direktor Peter Kaiser: „Zukünftige Veränderungen stellen uns vor neue Herausforderungen.“

 „Wir möchten diese Veranstaltung nutzen, um gemeinsam über die Probleme alternder Menschen mit und ohne Behinderung nachzudenken. Gleichzeitig möchten wir damit alten, kranken und beeinträchtigten Menschen die Aufmerksamkeit zukommen lassen, die ihnen zusteht“, sagte Zoar-Direktor Peter Kaiser in seiner Begrüßungsansprache. Die Idee zur Veranstaltungsreihe sei ihm im Zuge der Auseinandersetzung mit neuen gesellschaftlichen und sozialen Herausforderungen gekommen, so Peter Kaiser. „Die Zukunft wird den kleinteiligen Angeboten gehören, die sich personenbezogen und ambulant direkt vor Ort an alte, kranke und beeinträchtigte Menschen richten werden“, so ging Direktor Kaiser bereits in seiner Begrüßung auf das sozialpolitisch bedeutsame Stichwort „Dezentralisierung“ ein. Blicke man in die Zukunft werde klar, dass sich sowohl in der Altenhilfe als auch in der Eingliederungshilfe einige weitreichende Veränderungen abzeichnen.

„Die zukünftigen Kunden im Bereich der Altenhilfe werden andere Wohnkonzepte anfragen als die heutigen Senioren, nämlich zum Beispiel Wohngemeinschaften und das sogenannte ‚Wohnen im Quartier‘, das beeinträchtigten Menschen den Verbleib im vertrauten Umfeld ermöglicht. Im Bereich der Eingliederungshilfe nimmt die Zahl älter werdender Menschen mit Behinderung zu. Zunehmend taucht daher die Frage auf, ob Altenpflegeeinrichtungen der richtige Ort für diese Menschen sind, die gemeinhin eine besondere Betreuung benötigen.“ Mit diesem Eingangswort verwies Zoar-Direktor Kaiser auf die drängendsten Herausforderungen der nächsten Zeit und definierte so das Schwerpunktthema des Symposiums. „Vor dem Hintergrund einer immer älter werdenden Gesellschaft sind die zur Diskussion stehenden Fragen umso drängender, denn die Entwicklung schreitet schnell voran und parallel steigen die Zahlen psychisch kranker und dementer Menschen“, so Kaiser, der folgende  Fragen formulierte: Wie wird die Gesellschaft in Zukunft damit umgehen? Wie kann das Umfeld gestaltet werden, dass es für die Lebenssituation beeinträchtigter Menschen passend ist? Welchen Handlungsspielraum ermöglichen die Kostenträger?

Lobende Grußworte und interessante Fragen sowohl an die Experten als auch ans Publikum

Auch Winfried Werner, Landrat des Donnersbergkreises, bekundete sein Interesse an Problemlösungsansätzen in Hinblick auf eine alternde Gesellschaft. Die demographische Entwicklung sei auch für Kommunen eine große Herausforderung. In seinem Grußwort sprach er Zoar seinen Dank dafür aus, sich im Rahmen einer öffentlichen Veranstaltung drängenden sozialpolitischen Fragen zu stellen. „Mit diesem Blick hinter die Kulissen beschreiten Sie als Leistungsanbieter Neuland“, so Landrat Werner in Richtung von Zoar-Direktor Peter Kaiser. „Dieses neu geschaffene Wissensforum können wir hier im Donnersbergkreis gut gebrauchen.“

SWR-Hörfunk-Moderator Michael Lueg glänzte in seiner Aufgabe, die fachspezifischen Vorträge der Referenten an- und ab zu moderieren sowie zusammenzufassen. Außerdem band er die Zuhörer mit ein, indem  er im Publikum Fragen stellte, wie zum Beispiel „Wie stellen Sie sich Ihr Leben im Alter vor?“. Trotzdem die Antworten unterschiedlich ausfielen, war den Befragten doch eins gemeinsam, und zwar der Wunsch nach einem möglichst selbstbestimmten Leben im Alter. Auch in der abschließenden Podiumsdiskussion stellte sich SWR-Moderator Lueg als versierter Gesprächsleiter unter Beweis. Bewusst provokant gestellte Fragen veranlassten die Diskussionsteilnehmer, Peter Kaiser, Dr. Boris Augurzky, Dr. Harry Fuchs, Dr. Peter Styp-Rekowsky und Hubert Seiter, Stellung zu beziehen.

Trotz zum Teil kontroverser Meinungen war man sich einig, dass es das gemeinsame Ergebnis der nächsten Jahre sein sollte, neue Wege für soziale Einrichtungen, Kostenträger und Politik zu finden, um den kommenden Herausforderungen gewachsen zu sein. So war sich die Runde der Experten einig, dass Leistungen gestaltet und nicht nur verwaltet werden dürfen und dass bei Teilhabe-Beeinträchtigten eher die vorhandenen Ressourcen erkannt als Defizite betont werden sollten. Die Bedarfsfeststellung bei den Leistungsempfängern müsse ganzheitlich und mit Blick auf noch vorhandene Fähigkeiten ausgerichtet sein. Im Rahmen der Podiumsdiskussion hatten die Zuhörer die Gelegenheit, Fragen an die Experten zu stellen, was rege in Anspruch genommen wurde.

Das Rahmenprogramm des ersten Zoar-Symposiums wurde gestaltet von der Tanzgruppe „Fit for Dance“ der Zoar-Werkstätten Alzey unter der Leitung von Katharina Hemmann sowie von Jan Schowalter mit einer zum Mitmachen animierenden Bodypercussion. Diverse Aussteller aus dem Bereich der Pflege-, Betreuungs- und Unterstützungsbedarfe präsentierten in den Tagungspausen ihre Produkte. Außerdem nutzten die Teilnehmer des Symposiums die Pausen, um sich fachlich auszutauschen und die Expertenvorträge zu kommentieren.

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Alexandra Koch | Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Zoar | 19. November 2014