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Z - DAS ZOAR-MAGAZIN
Ausgabe 2 2017



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11.11.2014 12:52 Alter: 3 yrs
Kategorie: Aktuelles

Einstellung des Verfahrens gegen ehemaligen Zoar-Direktor gegen eine Geldauflage


Rockenhausen. Das Verfahren gegen den ehemaligen Zoar-Direktor wurde gegen eine Geldauflage in Höhe von 17.000 EUR vorläufig eingestellt, wobei das Gericht auf eine vollständige Aufklärung verzichtet hat. Das Verfahrensende hat Zoar mit Überraschung zur Kenntnis genommen, blickt jedoch nach der notwendigen Vergangenheitsbewältigung mit Erleichterung auf die Möglichkeit, sich wieder mit ganzer Kraft den eigentlichen Aufgaben zuwenden zu können.

Das Verfahren hatte 2010 seinen Ursprung in einer anonymen Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft Kaiserslautern, die Zoar mit den erhobenen Vorwürfen gegen den ehemaligen Zoar-Direktor konfrontierte. Interne Untersuchungen hatten bereits einen entsprechenden Verdacht bestätigt, weswegen Zoar der bestehenden Aufklärungspflicht zur Gewährleistung ordnungsgemäßer Mittelverwendung und zur Verhinderung korruptiver Praktiken nachkam. In Abstimmung mit der Landeskirche, die eine unabhängige Wirtschaftsprüfungsgesellschaft empfahl, beauftragte Zoar damals „PricewaterhouseCoopers“ (PwC) mit einer Sonderprüfung zur Aufklärung der vorgeworfenen Sachverhalte. PwC hat aufgrund der Erfahrung mit Untersuchungen in ähnlichem Kontext gute Referenzen. Dies führte letztendlich zur Beauftragung.

Die von PwC ermittelten Sachverhalte und Unterlagen, die rund 600 Seiten umfassen, wurden der Staatsanwaltschaft zur Verfügung gestellt und waren wesentliche Grundlage der staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen sowie letztlich der Anklage.

Vereinzelt wurde kritisch angemerkt, dass die Kosten der Sonderuntersuchung in Höhe von 972.472,81 Euro im Vergleich zu dem verursachten Schaden nicht angemessen gewesen seien. Daraufhin ist zu vermerken, dass die bloße Betrachtung des im Strafverfahren verfolgten Schadens zu kurz greift. In einem noch anhängigen Verfahren vor dem Landgericht Kaiserslautern macht Zoar einen Schaden von 1,4 Millionen Euro geltend. In einem weiteren Zivilverfahren gegen einen vergangenen Auftragnehmer wurde im Vergleichswege eine Kompensationszahlung von 170.000 Euro erzielt.

Die Staatsanwaltschaft hat in der von ihr erhobenen Anklage lediglich einzelne Tatkomplexe dieser Untersuchung ausgewählt. Entscheidungsrelevant waren hierbei folgende Gründe: erstens die Beachtung von strafprozessualen Verjährungsfristen und zweitens prozessökonomische Gründe, auf die Zoar in dem von der Staatsanwaltschaft geführten Verfahren keinen Einfluss hatte. Davon abgesehen hat das PwC-Untersuchungsergebnis Zoar-intern zu zukunftsweisenden Umstrukturierungen geführt, deren Schwerpunkt die transparenten Abläufe beim Evangelischen Diakoniewerk Zoar sind.

 

Alexandra Koch | Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Zoar | 11. November 2014