Titelbild

[ Suchen ]

Unsere Leistungen

Z - DAS ZOAR-MAGAZIN
Ausgabe 2 2017



Um das Magazin zu öffnen, bitte das Bild anklicken.
Schriftgröße:
26.09.2017 14:45 Alter: 54 days

Corinna Rüffer und Matthias Rösch besuchen Rockenhausen auf Einladung der Kreisvorsitzenden Bündnis 90/Die Grünen, Doris Hartelt


Auch Zoar gehörte zum Besuchsprogramm

Bei einem vor kurzem stattgefundenen Treffen in Rockenhausen informierte sich Corinna Rüffer, behindertenpolitische Sprecherin der Bundestags-Fraktion Bündnis 90/Die Grünen über Inklusionsprojekte. Integration oder Inklusion – das ist die Frage. Wie offen ist unsere Gesellschaft für Menschen mit Beeinträchtigung und was trägt das neue Bundesteilhabegesetz bei. Darüber sprachen im Rahmen einer Diskussionsrunde Bundestagsabgeordnete Corinna Rüffer, Matthias Rösch, Beauftragter für die Belange von Menschen mit Behinderung des Landes Rheinland-Pfalz, Susanne Röß von der Lebenshilfe Westpfalz und Kurt Philipp, Leitung Eingliederungshilfe des Evangelischen Diakoniewerks Zoar. Die Überzeugung, dass alle Menschen gleichberechtigt teilhaben können sollten, teilten alle Diskussionsteilnehmer. Über die Ausgestaltung gangbarer Wege sowie die Umsetzung im Alltag gab es zum Teil kontroverse Meinungen. Rüffer zum Beispiel sprach über den Rechtsanspruch schulischer Inklusion. Die Rahmenbedingungen dafür seien aber an den wenigsten Stellen gegeben. Oft scheitere es an den Kosten. Auch die eingeforderte Barrierefreiheit sei mit Kosten verbunden. Für eine inklusive Gesellschaft seien dies aber wichtige Erfordernisse. Matthias Rösch formulierte es so: „Wir sind noch auf dem Weg dahin. Inklusion ist heute noch nicht das, was Inklusion wirklich meint“. 

Kurt Philipp berichtet über Zoar-Inklusionsprojekte

Kurt Philipp sprach in der Diskussionsrunde von verschiedenen Projekten des Evangelischen Diakoniewerks Zoar, die besonders nachdrücklich im Zeichen der Inklusion stehen. So nannte er zum Beispiel die Inklusionsinitiative Westpfalz (IWP), eine Chance für (Langzeit-) Arbeitslose mit multiplen Vermittlungshemmnissen auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt (wieder) Fuß zu fassen. Mut machen soll IWP aber auch den Arbeitgebern, schwerbehinderte oder schwerbehinderten Menschen gleichgestellte Arbeitssuchende einzustellen. Um dies zu erreichen, sind Fachbegleiter im Rahmen des dreijährigen, arbeitsmarktpolitischen Projekts vor allem beratend und unterstützend tätig. Partner des Projekts, das aus Bundesmitteln finanziert wird, sind die Heinrich Kimmle Stiftung, das Ökumenische Gemeinschaftswerk Pfalz und das Evangelische Diakoniewerk Zoar in Kooperation mit der Bundesagentur für Arbeit im Agenturbezirk Kaiserslautern-Pirmasens.

Kurt Philipp nannte als weiteres Beispiel den CAP-Markt in Brücken, der im April 2017 eröffnet wurde. Der Markt bietet ein Vollsortiment auf rund 430 Quadratmetern Verkaufsfläche. Träger des CAP-Markts ist der Inklusionsbetrieb Rockenhausener Beschäftigungsgesellschaft (RBG), eine Tochtergesellschaft des Evangelischen Diakoniewerks Zoar. Inklusionsbetriebe arbeiten markt- und wirtschaftsorientiert und sind Teil des allgemeinen Arbeitsmarkts. Beim CAP-Markt Brücken liegt der Anteil der Mitarbeiter mit einer Beeinträchtigung bei fünfzig Prozent. Das ist mehr als die vom Franchise-Geber, die Genossenschaft der Werkstätten Süd (GDW) mit Sitz in Stuttgart, geforderten vierzig Prozent. Im CAP-Markt Brücken sind fünf Voll- und fünf Teilzeitarbeitskräfte tätig.

Bundestagsabgeordnete Rüffer besucht Zoar-Bewohner „Im Wörth“

Zum Tagesprogramm gehörte auch der Besuch von Einrichtungen für beeinträchtigte Menschen. So begrüßte Bundestagsabgeordnete Corinna Rüffer unter anderem die Bewohner einer betreuten Zoar-Wohngruppe „Im Wörth“ in Rockenhausen. Dort wurde sie freundlich und offen empfangen. Da die Besucherin keinerlei Berührungsängste zeigte, war der entstehende Kontakt äußerst herzlich. So ließ sich Corinna Rüffer zum Beispiel von Bewohnerin Elfriede Herbrand auf den Balkon führen. Dort wurde ihr der großzügige Garten gezeigt. Corinna Rüffer widmete sich eingehend den anwesenden Menschen, die sich aus den umliegenden Häusern „Im Wörth 4, 8 und 9“ im großen Wohnzimmer des Hauses „Im Wörth 4“ versammelt hatten. Sie fand für jeden ein passendes Wort. Dies spornte die Bewohner an, von sich zu erzählen, denn so viel Empathie macht sympathisch. Interessante Gespräche entwickelten sich. Insbesondere Elfriede Herbrand nutzte die Gelegenheit, der Abgeordneten Rüffer ihre Lebensgeschichte zu erzählen und von ihrer Familie und ihren Geschwistern zu berichten. 

Begleitet wurde der Besuch bei Zoar „Im Wörth“ von Doris Hartelt, Kreisvorsitzende Bündnis 90/Die Grünen, Paul Bunjes, Direktkandidat von Bündnis 90/Die Grünen, und Barbara Venske, Regionalleiterin Eingliederungshilfe Nordpfalz. Zoar-Mitarbeiterin Venske hieß die Besucher herzlich in der Wohngruppe willkommen. „Wir öffnen gern unsere Türen, denn wir selbst streben den regelmäßigen Austausch an“, so die Regionalleiterin. Auf diese Weise habe man den Weg in Richtung Inklusion bereits eingeschlagen. Kreisvorsitzende Doris Hartelt war positiv erstaunt, dass das Evangelische Diakoniewerk Zoar so viel Wohnraum in kleinen Wohneinheiten für Menschen mit Beeinträchtigung vorhält. Sie informierte sich unter anderem über die diversen Angebote der Freizeitgestaltung sowie die Arbeit in den Zoar-Werkstätten. Alle Bewohner gaben bereitwillig Auskunft, denn die Freude über das Interesse an ihrem Wohn- und Arbeitsalltag war groß.

Alexandra Koch | Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Zoar | 15. September 2017