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Z - DAS ZOAR-MAGAZIN
Ausgabe 2 2017



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05.07.2017 10:28 Alter: 136 days
Kategorie: Aktuelles

Abschluss des Zertifikatslehrgangs „Fachhelfer/in in Sozialeinrichtungen (IHK)“


Ingelheim/Heidesheim. Vier Teilnehmerinnen erhielten kürzlich ihre Zertifikate für den erfolgreichen Abschluss der beruflichen Qualifizierung „Fachhelfer/in in Sozialeinrichtungen (IHK)“. Dieser Zertifikatslehrgang, der vom Evangelischen Diakoniewerk Zoar gemeinsam mit der Industrie- und Handelskammer (IHK) für Rheinhessen entwickelt wurde, entließ somit zum zweiten Mal seine Absolventen. Die feierliche Vergabe fand in Wasems Kloster Engelthal in Ingelheim statt. In einem entsprechenden Rahmen erhielten die Absolventinnen nach der Abschlusspräsentation und dem Fachgespräch mit der Lehrgangsleitung und der IHK ihr Abschlusszertifikat. Präsentation und Fachgespräch dienen dazu, das in den vergangenen  Monaten in den Praxisbetrieben und während der arbeitsbegleitenden Unterrichtseinheiten Gelernte in eigenen Worten wiederzugeben und fachbezogene Fragen zu beantworten. Dies verlief für alle Prüflinge erfolgreich, und so war das Prüfungskomitee voll des Lobes.

Geschult wurden die Teilnehmerinnen Jessica Grunwald, Chiara Keschtges, Sissi Krollmann und Leonie Leuschner auf der Grundlage des Konzepts „Unterstützte Qualifizierung durch qualifizierte Unterstützung“. Dieses berufliche Bildungsangebot richtet sich an Menschen mit Beeinträchtigung, die auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt und nicht in einer Werkstatt für Menschen mit Behinderung arbeiten möchten. Die Praxisbetriebe der kürzlich geprüften, jungen Frauen gehören den Branchen „Kindertagesstätte“ und „Altenhilfe“ an. Weiterqualifizierung durch berufliche Bildungsmaßnahmen wird in vielen Berufszweigen immer wichtiger, weswegen die angebotenen Kurse mit unterschiedlichen Schwerpunkten immer mehr Interessenten in der Region finden.

Matthias Rösch, Landesbeauftragter für die Belange behinderter Menschen, nahm an der Zertifikatsvergabe teil und sprach ein Grußwort, in dem er auch die Grüße des Sozialministeriums weiterleitete. In seinem Beisein fand anschließend die Zertifikatsvergabe statt. Er würdigte die Teilnehmerinnen für ihren Fleiß und ihr Durchhaltevermögen. Alle lobenden Worte, die im Rahmen der Abschlussprüfung inklusive Zertifikatsübergabe gesprochen wurden, dienten der Wertschätzung der Absolventinnen, die diese positive Aufmerksamkeit sichtlich genossen. Worte der Anerkennung und des Danks sprachen überdies Thomas Kreck-Hövel, Leiter der Zoar-Werkstätten Heidesheim, Volker Conrad von der Kreisverwaltung Mainz-Bingen und Kurt Philipp, Fachbereichsleiter der Eingliederungshilfe im Evangelischen Diakoniewerk Zoar, in seiner Funktion als stellvertretender Vorsitzender der Landesarbeitsgemeinschaft Werkstätten für behinderte Menschen (LAG) Rheinland-Pfalz.

Die Abschlusszertifikate erhielten die Absolventinnen aus den Händen von Viktor Wilpert Piel, Leiter des Geschäftsfelds Weiterbildung der IHK für Rheinhessen in Mainz, sowie von Thomas Kreck-Hövel. „Sie können stolz sein auf das, was Sie mit dem heutigen Abschluss erreicht haben“, wandte sich Viktor Wilpert Piel an die Lehrgangsteilnehmerinnen. Die Wissensinhalte der beruflichen Qualifizierungsmaßnahme waren vielfältig; von der Information zum Berufsbild und Betrieb über die Themen „Warenlagerung“, „Textilpflege“, „Speisen- und Getränkeherstellung“ usw. bis hin zum fachspezifischen Gesundheitsschutz. Die einzelnen Wissensbausteine sind auf der Rückseite jedes IHK-Zertifikats nachzulesen. Diese Lehrinhalte wurden in 128 Unterrichtseinheiten vermittelt. Eine bis zu 27-monatige Praxisphase in einem Kooperationsbetrieb des allgemeinen Arbeitsmarkts ist ein zentraler Bestandteil der Weiterqualifizierung, die  personenbezogen und individuell angepasst konzipiert ist. „Die Kursteilnahme vermittelt den Lehrgangsteilnehmern die wichtigsten Basiskenntnisse für die Mitarbeit in Sozialeinrichtungen“, informierte Thomas Kreck-Hövel. „Das Bewusstsein für komplexe Arbeitsabläufe wird geschärft“, ergänzte Ute Michel-Wickert vom Berufsbildungs- und Integrationsservice der Zoar-Werkstätten Heidesheim, die die Lehrgangsleitung zusammen mit ihrer Kollegin Nicole Knobloch innehatte.  

Teilhabe an beruflicher Bildung hat für Menschen mit Beeinträchtigung einen immer höheren Stellenwert; ebenso wie die Teilhabe an Arbeit und die Chance auf einen Arbeitsplatz auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt. In den Zoar-Werkstätten Heidesheim gibt es seit geraumer Zeit ein umfangreiches Lehrgangsangebot in unterschiedlichen Berufsfeldern, weswegen die Einrichtung als Partner für berufliche Bildung und nachhaltige Integration auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt von sich reden macht. In enger Kooperation mit der IHK für Rheinhessen konnten bereits zahlreiche Kursteilnehmer voller Stolz ihre Zertifikate in Empfang nehmen. All das qualifiziert für den weiteren Bildungs- und Berufsweg, der mit einem erfolgreichen Weiterbildungsabschluss nachhaltiger zu begehen ist. Als Grundlage für die Bildungsbescheinigung dient der bundesweit gültige Qualitätsstandard für IHK-Zertifikatslehrgänge.

IHK-Vertreter Viktor Wilpert Piel gab jedem Teilnehmer persönliche Worte mit auf den Weg. „Sie haben etwas Neues gelernt und sich auf diese Art weiterentwickelt.“ Und: „Heute haben Sie die erlernten Inhalte in Ihren eigenen Worten erklären müssen. Nur, wenn das gelingt, hat man die Inhalte auch verstanden“. Aus Erfahrung im Rahmen der bislang durchgeführten Lehrgänge wisse man, dass der Weg aus den Werkstätten mit einem IHK-Zertifikatslehrgang geebnet werden kann, denn die berufliche Bildungsmaßnahme wird zum großen Teil in Partnerbetrieben des allgemeinen Arbeitsmarkts durchgeführt. „Und die jeweiligen Betriebsleitungen möchte wissen, was Sie können“, so Piel. Die Zertifikatsprüfung sei daher auch eine gute Übung für zukünftige Vorstellungsgespräche.

Alexandra Koch | Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Zoar | 28. Juni 2017