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Geistliches Leben

Das Diakoniewerk Zoar hat eine lange Geschichte innerhalb der Evangelischen Kirche der Pfalz: Im Jahr 1854 entstand auf dem Inkelthalerhof bei Rockenhausen ein Rettungshaus für verwahrloste Kinder und Jugendliche. Inspiriert war diese frühe diakonische Arbeit durch die Rettungshausbewegung Johann Hinrich Wicherns, der im Jahre 1848 auch die Pfalz bereist hatte.

Heute ist aus diesen ersten Anfängen ein modernes Diakoniewerk geworden, das Unterstützung für Menschen in den Bereichen Altenhilfe, Eingliederungshilfe sowie Kinder- und Jugendhilfe anbietet. Im Entstehen begriffen ist ein stationäres Hospiz.

Auch über den Ort Rockenhausen und die Region Pfalz ist Zoar längst hinausgewachsen mit seinen neueren Standorten in Rheinhessen.

Der Name „Zoar“ leitet sich aus einer Geschichte der Bibel ab:

Abrahams Neffe Lot musste mit seiner Familie aus der sündigen Stadt Sodom fliehen. Seine Frau erstarrte auf der Flucht zur sprichwörtlich gewordenen Salzsäule, weil sie sich entgegen Gottes Befehl zur untergehenden Stadt hin umgewandt hatte. Ein Engel hatte Lot befohlen: „Rette dein Leben (hebräisch: Näfäsch) und sieh nicht hinter dich.“

Lot bittet nun Gott: „Siehe, da ist eine Stadt nahe, in die ich fliehen kann, und sie ist klein. Dahin will ich mich retten, dass ich am Leben bleibe. Ist sie nicht klein?“ Gott gewährt Lot diesen Wunsch: „Eile und rette dich dahin; denn ich kann nichts tun, bis du hineinkommst. Daher ist diese Stadt Zoar genannt. Und die Sonne war aufgegangen auf Erden, als Lot nach Zoar kam.“ (1. Mose 19)

Die Namensbedeutung von Zoar ist schlicht: „Kleiner Ort“. Für Lot aber war dieser kleine Ort die Rettung.

Die von Lot ersehnte Rettung betrifft Leib und Seele, denn das biblische Wort „Näfäsch“ bedeutet zugleich Leib, Leben, Seele oder Geist. In diesem umfassenden, biblisch-ganzheitlichen Sinn sieht das heutige Diakoniewerk Zoar den Menschen.

Immer mehr wächst die Erkenntnis, dass in einem modernen Diakoniewerk „Leib und Seele“ aller darin zusammenfindenden Menschen der Sorge, Achtsamkeit und - in biblisch-theologischer Sicht - der Rettung bedürfen. Die Trennung zwischen Mitarbeiter und Klient, Gesunder und Kranker soll und darf mehr und mehr überwunden werden. Gerade in der Feier von gemeinsamen Gottesdiensten und Andachten im Laufe des Kirchenjahres wird eine übergreifende Gemeinschaft erfahren.

Kapelle des Inkelthalerhofes in Rockenhausen

Darum gehört in den Kanon der Handlungsfelder des Diakoniewerkes Zoar auch das „Geistliche Leben“: Äußerlich erkennbar an den Kirchengebäuden an den Standorten Rockenhausen und Heídesheim; erfahrbar in den Gottesdiensten an allen Orten; besonders aber über die innere Motivation der hier lebenden und arbeitenden Menschen.

„Motivation“ ist das, was Menschen zum Wirken bewegt. Die Person Jesu ist für Christen zur innersten Motivation geworden, weil er – wie Paulus einmal formulierte – „in uns lebt“. (Gal.2,20).

So wird der Glaube zur Motivation für die Liebe zu den Mitmenschen, oder wie Martin Luther formulierte: „Der Glaube bringt den Menschen zu Gott, die Liebe bringt ihn zu den Menschen.“

Zoar-Kapelle in Heidesheim

Das „Geistliche Leben“ im engeren Sinne, also Gottesdienste, Andachten, Seelsorge, Lebens- und Sterbebegleitung gewährleistet ein Team von ehren- und hauptamtlichen Mitarbeitenden. Zur Förderung und Unterstützung des Geistlichen Lebens hat Zoar einen Pfarrer angestellt, der Ansprechpartner für alle bei Zoar lebenden und arbeitenden Menschen ist.